Über uns » Chronik

1985: Im Februar wird der Verein gegründet, und bereits im gleichen Jahr werden Ferien-Erholungs-maßnahmen für rund 2000 Teilnehmer durchgeführt. In knapp fünf Monaten müssen Ferienplätze gebucht, ehrenamtliche Betreuer/innen für die Kinder und Jugendlichen geworben und ausgebildet werden. Während dessen muss eine arbeitsfähige Geschäftsstelle geschaffen und so ausgestattet werden, dass das Vorhaben eine Realisierungschance hat. Tatsächlich fahren im Sommer 1.566 Kinder mit 172 Betreuer/innen in 33 Gruppen. Außerdem bezuschusst das JEW 146 Kinder, die mit anderen Trägern (sog. kooperativen Maßnahmen) Ferien machen.

 

1986: Die wichtigsten Erkenntnisse aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres:

     - schrittweise die Gruppengröße verringern,

     - der Betreuerschlüssel muss verbessert werden,

     - künftiger Arbeitsschwerpunkt sollen die 10–14Jährigen sein,

     - gute Schulung und Vorbereitung der Betreuer/innen ist unumgänglich und muss intensiviert werden.

 

1987: Verstärkt werden Anstrengungen unternommen in bezug auf:

     - Betreuerwerbung, dabei schwerpunktmäßig die Vermittlung realistischer Vorstellungen über die Aufgabe,

     - Betreuerschulung, dabei die Verdeutlichung der Notwendigkeit intensiver Vorbereitung,

     - Beratung + Anmeldung: viele Kinder (und Eltern!) haben Probleme, die zu erheblichen Schwierigkeiten   während der Freizeiten führen können. Elterngespräche sind dringend erforderlich und können vorbeugend   wirken,

      - Öffentlichkeitsarbeit und das Bekannt machen unserer Arbeit und die Veröffentlichung brauchbarer statt   sensationeller Informationen über uns.

 

1988: Die besonderen Anstrengungen der vergangenen Jahre zeigen positive Ergebnisse. Die Verbindlichkeit von Schulung und Vorbereitung für die Betreuer/innen spürbar: Es entstehen deutlich weniger Konflikte in den Freizeiten. Auf dringenden Wunsch Alleinerziehender gibt es auch Freizeiten im Frühjahr und im Herbst. Gesunde Ernährung: Im Rahmen des Forschungsprojektes "Ernährung und Erziehung" wird in Zusammenarbeit mit der Universität Hamburg eine vergleichende Untersuchung in zwei Herbergen durchgeführt. Thema: Der Zusammenhang von Ernährung und Verhalten. Das Projekt wird von den  Eltern positiv aufgenommen. 

 

1989: Fortsetzung des Projektes Gesunde Ernährung: Das JEW-Hamburg lädt vom 07.–09. Februar Leitungskräfte aus Jugendherbergen und Schullandheimen zu einer Fachtagung zum Thema „Die Bedeutung der Ernährung“ ein. Die Veranstaltung wird von den Teilnehmer/innen (20 Heim- und Wirtschaftsleitungen) sehr positiv aufgenommen. Das JEW-Hamburg hat sich stabilisiert und bewährt, die Arbeit wird von Eltern, Lehrern und Erzieher/innen und ihren Institutionen sowie Kindern und Jugendlichen anerkannt. Die stetig steigende Nachfrage auch aus den Einrichtungen der öffentlichen Erziehung verlangt nach mehr Plätzen. Auch die Plätze bei den Kooperationsmaßnahmen müssen aufgestockt werden. Modellversuch Selbstbewirtschaftung: Wir können beweisen, dass eine gesunde vollwertige und kindgerechte Ernährung zu einem verblüffenden Preis (rund EUR 5,50/Tag pro Person) möglich ist.

 

1990: Zunehmende Gewaltbereitschaft von Kindern und Jugendlichen macht den Betreuer/innen zu schaffen. Abbruch der Fahrt/vorzeitige Heimreise kann in Einzelfällen unumgänglich sein, nicht aber unsere einzige Reaktion auf unsoziales Verhalten. Das Thema wird und bleibt Schulungsinhalt. Generell wird das Fortbildungsangebot für Betreuer/innen um pädagogische Themen erweitert. Wegen der enormen Umweltbelastung in Bitterfeld sowie in Hamburg-Billstedt werden betroffene Kinder und Eltern in Reisen des JEW-Hamburg integriert. Mauerfall und Vereinigung führen zu Kooperationen mit Großbetrieben für Kinderverschickungen der ehemaligen DDR. Jeweils 165 Kinder/Jugendliche aus Dresden und Hamburg machen gemeinsam Ferien, betreut durch Pädagogikstudent/innen beider Städte.

 

1991: Das JEW-Hamburg kann Unterstützung leisten bei der Gründung eines Trägers für Kinder- und Jugenderholungsmaßnahmen in Dresden, und zusätzliche Bundesmittel einwerben. Insgesamt sind 585 Menschen am Projekt beteiligt. Die Dokumentation: "GRENZENLOS Deutsch-deutsche Jugendbegegnung zwischen Mauerfall und Einheitsstaat“, erscheint 1992 im Ergebnisse-Verlag. Sie ist auch heute noch im JEW-Hamburg erhältlich.

 

1992: Hamburg beginnt einen regen Fachaustausch mit seiner Partnerstadt St. Petersburg, an dem auch das JEW-Hamburg beteiligt wird.

 

1993: Es finden vier gemeinsame Fahrten von St. Petersburger und Hamburger Kindern und Jugendlichen und 1994 drei Fahrten sowie eine gemeinsame Auswertung statt. Die Begegnungsreisen finden bis heute weiterhin statt, wenngleich aufgrund knapper Mittel in geringerem Umfang. Weit über 700 Menschen aus St. Petersburg und Hamburg waren schon an dem Projekt beteiligt.

 

1995: Das Jahr war von den Vereinten Nationen zum Jahr der Toleranz erklärt worden. Das JEW-Hamburg übt sich seit Gründung in Toleranz allen Menschen gegenüber, ganz gleich wo sie her kommen und was sie können. So ist auch unsere selbstverständliche Integration von Kindern mit Handikap wo immer möglich zu verstehen.

 

1996: Nach 12 Jahren unermüdlicher Arbeit für das Jugenderholungswerk wechselt Inge Kazamel zur Jahreswende vom Stuhl der Geschäftsführerin in den Vorstand, und damit in den wohlverdienten Un-Ruhestand.

 

1997: Mit dem neuen Geschäftsführer Jörg Th. Winter wird die Arbeit des JEW-Hamburg bis heute fortgeführt. Um einem weiter zusammenwachsenden Europa gerecht zu werden, kommen verschiedene Projekte in Planung.

 

1998/99: Weitere erlebnisorientierte Kanu- und Fahrradtouren sollen die teilnehmenden Jugendlichen wieder mehr in Bewegung bringen – im doppelten Wortsinn. Solche Vorhaben erfordern nicht nur von den Betreuer/innen außergewöhnlich hohes Engagement, sondern auch von den Teilnehmer/innen. Deren Begeisterung bei Rückkunft rechtfertigt allerdings die Anstrengungen. Durch großzügige private Spenden und angehobene städtische Zuwendungen können wir wieder je zwei Begegnungen mit den St. Petersburgern durchführen.

 

2000: Es wird das erste Mal eine Ski-Freizeit durchgeführt. Die Jugendlichen und Betreuer/innen waren begeistert! Auch waren die St. Petersburger drei Tage in Hamburg, und die Hamburger Jugendlichen und Betreuer/innen konnten den russischen Freunden unsere Stadt zeigen. Diese Form wird fortgeführt.

 

2001: Das von den UN ausgerufene Jahr des Ehrenamtes wirft ein Licht auf die Wichtigkeit des Engagements unserer Betreuer/innen. Unsere Arbeit seit 17 Jahren beweist, dass entgegen den Trends bei uns jedes Jahr über 250 Menschen die gesellschaftliche Bedeutung freiwilligen Engagements erkennen - und über 1.000 Familien dieses schätzen.

 

2002: Das 10. der Begegnung mit St. Petersburger Kindern und Lehrern. Das JEW trauert mit den Angehörigen um Boris Moutchnik, der von Anfang an als russischer Lehrer, dann als Hamburger Betreuer mitwirkte. Immer mehr Ehrenamtliche, die mehrere Jahre mitarbeiten, sichern neben der Durchführbarkeit immer besseres Gelingen der Fahrten auch in schwierigen Situationen. Das JEW kann seinen Betreuer/innen nicht genug danken.

 

2003: Kooperationen bereichern unser Angebot. Mit Camp Adventure werden vielseitige Erlebnisferien möglich. Mit Leben mit Behinderung wird schon im 2. Jahr unser Anspruch selbstverständlicher Integration von Kindern mit Handikap unterstrichen.

 

2005: Im Oktober beendet Jörg Th. Winter seine Arbeit als Geschäftsführer im JEW. Er blickt damit auf neun erfolgreiche Jahre in dieser Funktion zurück und bleibt dem JEW als Mitglied verbunden. Aufgrund der Vielfalt des Aufgabenbereichs wird die Geschäftsführung geteilt:. Ulrike Kutsch übernimmt die pädagogische und Anke Nobis die organisatorische Leitung.

 

2006: Beginn der Umstrukturierung der Geschäftsstelle: Einrichtung eines internen Netzwerks, Aufbau einer umfassenden Betreuerdatei, Umstellung der Buchhaltung. Im Rahmen der bundesweiten Vernetzung nimmt Ulrike Kutsch an den Teamertagen 2006 teil und bringt neue Ideen für die Betreuerausbildung und Themen für Ferienfreizeiten mit.

 

2007: Das Ferienprogramm erhält ein neues Layout. Zur Information über die Betreuerfortbildung wird die Broschüre „Fit für die Freizeit“ erstellt, die über alle Kurs- und Workshopangebote für die Betreuer und die Juleica-Ausbildung informiert. In den Sommerferien finden die 1. Hamburger TheaterSprachCamps als Kooperationsprojekt mit der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz, der Behörde für Bildung und Sport und der Universität Hamburg für 300 Hamburger Drittklässler mit besonderem Sprachförderbedarf statt. Der Erfolg dieser Camps wird in einem eindruckvollen Abschlussfest auf Kampnagel dokumentiert. Wegen der TheaterSprachCamps muss das JEW das Platzkontingent bei den Ferienfreizeiten um 300 Plätze kürzen. Die Zahl der Anfragen für JEW-Ferienplätze übersteigt damit die der angebotenen Plätze um ein Vielfaches. Um dies zu kompensieren wird die erste durch Sponsoring finanzierte Ferienfahrt durchgeführt. Für die Kinder und Jugendlichen werden Freizeiten zu bestimmten Themen durchgeführt: „Ernährung, Bewegung, Entspannung unter dem Motto „Gut Drauf“, „Leben wie im Wilden Westen“ und ein Filmprojekt. Die bundesweite Vernetzung wird über die Teilnahme von Ulrike Kutsch bei der Plattform Personal ausgebaut. Hamburg intern ist das JEW in der Landesarbeitsgemeinschaft für Offene Kinder- und Jugendarbeit und bei der Aktivoli-Freiwilligenbörse engagiert.

 

2008: Die TheaterSprachCamps werden nach umfassender Evaluation mit weiterentwickeltem Konzept erneut  mit großer Effizienz durchgeführt. Die Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz bewilligt zusätzliche Gelder für Ferienfreizeiten, damit wieder mehr Kinder und Jugendliche an einer Ferienreise teilnehmen können. Der Erfolg kann sich sehen lassen: Es gibt so viele Freizeiten wie noch nie – 53 Ferienfreizeiten und 10 TheaterSprachCamps. Möglich wird dies durch 301 Betreuereinsätze – ebenfalls bislang einmalig! Das JEW wird in den Deutschen Fachverband für Jugendreisen „Das Reisenetz e.V.“ aufgenommen.

 

2009: Die Einrichtung einer zentralen Datenbank basierend auf einem für das JEW entwickelten Programm ermöglicht die langfristige Erfassung aller Teilnehmerdaten und erleichtert die Buchung der Reisen. Die Freizeiten für die Jugendlichen werden verkürzt, erhalten Themenschwerpunkte und werden als erlebnispädagogische Reisen durchgeführt. Die gute Betreuerausbildung und die Integrationsfähigkeit der Betreuer führt dazu, dass so wenig Kinder und Jugendliche wie noch nie vorzeitig abreisen müssen. Zur Unterstützung der Außendarstellung des JEW werden die AG-Öffentlichkeitsarbeit und der Verein „Freunde und Förderer des Jugenderholungswerk Hamburg e.V.“ gegründet. Die Finanzierung der Hamburger TheaterSprachCamps wird vollständig von der Behörde für Schule und Berufsbildung übernommen, zusätzlich wird für sechs Monate 20 Std./Woche ein Sozialpädagoge für die Unterstützung der TheaterSprachCamp-Teams eingestellt.

 

2010: Das JEW feiert im Februar sein 25-jähriges Jubiläum mit einem Empfang und einem großen Fest. Zum Jubiläums-Kinderfest in den Wallanlagen kommen unter dem Motto „42.000 Hamburger Kinder gesucht“ 1.600 Besucher, unter ihnen der Sozialsenator. Durch die Kooperation mit der Ehlerdingstiftung wird das erlebnispädagogische Angebot mit Reisen nach Hof Norderlück und Barkhausen erweitert. Das Thema „Kindeswohlgefährdung“ wird aus aktuellen Anlässen (u.a. Odenwaldschule, „schwarzer Mann“) bundesweit in den Medien thematisiert. Ein Monat zuvor noch als Expertenmeinung zitiert und als Vorzeigeeinrichtung zu diesem Thema präsentiert, gerät auch das JEW im August in den Fokus der Medien. Aufgrund gründlicher Recherche, Transparenz und des exzellenten Rufes des JEWs bleibt dies extern ohne Auswirkungen. Intern ist die Verunsicherung der Betreuer allerdings sehr groß.

 

2011: Das Thema „Kindeswohlgefährdung“ stellt einen Schwerpunkt der Betreuerfortbildung dar. Diesbezügliche präventive Maßnahmen werden überprüft und erweitert. Das JEW zieht in eine neue Geschäftsstelle in den Ausschläger Billdeich 6. Endlich wird auch durch moderne großzügige Räume die Umsetzung eines an noch mehr Offenheit, Niedrigschwelligkeit und Professionalität orientierten Konzeptes möglich. Stetige Kostensteigerungen bei Unterkunft, Verpflegung und Fahrtkosten führen zum weiteren Abbau der Reiseplätze, da diese Kosten an keiner Stelle kompensiert werden können.

 

2012: In der leitenden Doppelspitze gibt es eine personelle Änderung. Nach langjährigem Engagement verlässt Anke Nobis als organisatorische Leiterin und Geschäftsführerin das JEW. Bernd Ceconi tritt im Frühjahr die Nachfolge an. Für die TheaterSprachCamps wird eine Sozialpädagogen-Teilstelle für die Organisation der Camps geschaffen. Freyja Jürgens übernimmt von nun ab die Koordination des TSC-Projektes.

 

2013: Das JEW führt eine Verwaltungsreform durch. Weite Teile der Lohn- und Finanzbuchhaltung sowie die Erstellung der Jahresabschlüsse werden an ein externes Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen ausgelagert. Als Zuwendungsempfänger reagiert das JEW damit auf die immer komplexer werdenden Anforderungen und Rahmenbedingungen. Das JEW wird als Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst anerkannt. Fortan werden zwei Bundesfreiwillige die Geschäftsstelle personell unterstützen.

 

2014: Die ohnehin schon knappen personellen Ressourcen der Geschäftsstelle wurden durch mehrmonatige Krankheitsphasen stark strapaziert. Für die Mitarbeiter der Geschäftsstelle war die unveränderte Durchführung der Reisprogramme ein erheblicher Kraftakt, der die Notwendigkeit zusätzlicher Personalressourcen verdeutlichte. In Zusammenarbeit mit der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration gelang es gegen Ende des Jahres eine halbe Stelle für eine zusätzliche Sozialpädagogin zu generieren.   

 

2015: Das JEW wird 30 Jahre alt. Zu diesem Jubiläum wird zu einer kleinen Feierstunde eingeladen. Viele der Anwesenden sind dem Verein seit Jahrzehnten verbunden. Im ehrenamtlichen Vorstand findet Ende des Jahres ein Wechsel statt: Nach dem Ausscheiden von Dr. Jochen Schnack, der aus beruflichen Gründen zur Zeit in den Vereinigten Staaten lebt, trat, neben der Wiederwahl von Silke Möller und Jörg Winter, Carola Veit die Nachfolge an. Neben ihrem Amt als Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft und als Vorsitzende des SPD-Distrikts Rothenburgsort ist sie auch eine erfahrene Fachpolitikerin für den Kinder- und Jugendbereich. 

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